In unregelmäßigen Abständen veröffentlichen wir hier den Interhyp-Zinsbericht von den Entwicklungen auf den Zins- und Baugeldmärkten
Pforzheim, 08. Jan 2026
Die Europäische Zentralbank EZB hatte Mitte 2025 den Leitzins zwar um 0,25 Prozent gesenkt, aber auf die Konditionen für Hypothekendarlehen, die im Wesentlichen von den Kapitalmarktzinsen (Pfandbriefen) beeinflusst werden, hatte noch bis November keinen großen Einfluss. Seit Dezember ziehen die Konditionen wieder an!
Die Bauzinsen steigen derzeit wieder, nachdem sie sich zuvor stabilisiert hatten. Ursache sind höhere Kapitalmarktzinsen und eine insgesamt vorsichtigere Haltung der Notenbanken. Kurzfristig bleibt das Zinsumfeld volatiler, mittelfristig ist jedoch mit einem weiteren leichten Anstieg der Bauzinsen zu rechnen. Für Immobilieninteressierte bietet die momentane Zinssituation noch gute Chancen. Abwarten lohnt sich nicht! Die Kaufpreise liegen noch unter den Höchstständen vom Frühjahr 2022. Jedoch zieht die Nachfrage nach Immobilien aufgrund weiter steigenden Mieten an.
Die internationale Zinslandschaft ist wieder in Bewegung. Während die amerikanische Notenbank die Tür für Zinssenkungen im Herbst sperrangelweit geöffnet hat, scheint die EZB wenig Interesse an weiteren Zinssenkungen zu haben. Damit gibt es auch für die deutschen Kapitalmarktzinsen eher weiter nach oben, solange es kein neues gesamtwirtschaftliches Unglück gibt. Noch üben die negativen Konjunktureffekte der US-Zollpolitik und eine weiter sinkende Kerninflation in der Eurozone eine noch dämpfende Wirkung auf die langfristigen Zinssätze aus. Für den weiteren Jahresverlauf gehen wieder mehr Experten von steigenden Bauzinsen in Richtung vier Prozent aus. Die Minderheit geht von fallenden oder gleichbleibenden Zinsen aus.
Die Konditionen liegen für ein Hypothekendarlehen in günstigen Fällen (Stand 08.01.2026) bei:
- 10-jährige Zinsbindung, 3,57% geb. Sollzinssatz, 3,66% eff. Jahreszins*,
- 5-jährige Zinsbindung, 3,35% Sollzinssatz, 3,45% eff. Jahreszins,
*Die Konditionen können auch regional unterschiedlich sowie von weiteren Faktoren abhängig sein.
Die Bauzinsen hängen nicht primär am Leitzins, sondern orientieren sich an der Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe und an der Pfandbrief-Rendite. Vor allem die Rendite der Bundesanleihe wird zwar durch die Geldpolitik mitbestimmt, aber auch durch Geopolitik und Inflationserwartungen – oder davon, wie viele Schulden Deutschland künftig aufnimmt.
Werden die Zinsen steigen, sinken oder gleich bleiben?
Das Trendbarometer beruht auf den Aussagen des Expertenpanels*:
*Interhyp-Bauzins-Trendbarometer: Für diese Ausgabe haben uns Experten der Allianz, der Commerzbank, der HypoVereinsbank, der ING-DiBa, der Postbank, der MünchenerHyp, der PSD Bank Rhein-Ruhr, der PSD Bank RheinNeckarSaar, der Sparkasse Hannover und der Sparkasse zu Lübeck ihre Einschätzung zur kurz- sowie mittel- und langfristigen Zinsentwicklung gegeben. Das Interhyp-Bauzins-Trendbarometer sagt aus, wieviel Prozent der Experten jeweils die Antwort fallend, steigend oder gleichbleibend angegeben haben.
Quelle: www.interhyp.de
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