Nova Scotia - Provinz und Halbinsel im Osten von Kanada

Nova Scotia – Neuschottland – weist bereits im Namen auf die ethnischen Wurzeln hin, die in dieser Atlantikprovinz dominieren. Vieler der Einwohner sind Nachfahren schottischer Siedler, daneben haben aber auch Deutsche, Franzosen und Iren Spuren hinterlassen. Die ersten Europäer waren Franzosen unter Sieur de Monts, die befestigte Handelsposten gründeten und das Land Akadien nannten. Bereits lange vor den europäischen Siedlern lebten hier allerdings die Micmac-Indianer. Nova Scotia ist mit gut 55.000 km² und knapp 972.000 Einwohnern für kanadische Verhältnisse dicht besiedelt. Dieser Begriff relativiert sich jedoch angesichts einsamer Küstenabschnitte schnell. Als eine der spektakulärsten Küstenstrecken Nordamerikas gilt der Cabot Trail auf Cape Breton Island.

Nova Scotia ist flächenmäßig die zweitkleinste Provinz Kanadas. Die Provinz besteht im Wesentlichen aus einer Halbinsel, die vom Atlantischen Ozean umgeben ist, und der Kap-Breton-Insel nordöstlich des Festlandes. Unzählige Buchten und Fischerorte säumen dabei die Küste der Provinz. Kein Punkt in Nova Scotia ist mehr als 56 km vom Meer entfernt. Der ausgesprochen maritime Charakter der Provinz kommt auch dadurch zum Ausdruck, dass sich ihre vier extremsten Punkte alle auf Inseln befinden: Im Süden ist es das Cape Sable auf der gleichnamigen Küsteninsel. Im Westen ist es die ebenfalls in Küstennähe befindliche Brier-Insel. Den nördlichsten Punkt der Insel bildet die in der Cabotstraße gelegene Sankt-Paul-Insel. Und im Osten ist es die ca. 175 km vor der Küste Nova Scotia gelegene Sable-Insel. Die geografische Gestalt der Provinz wird oft mit einem Hummer verglichen, einem Meerestier, das wirtschaftlich und kulinarisch eine feste Größe in Nova Scotia darstellt. Ökonomisches und kulturelles Zentrum der Provinz ist Halifax. Diese Stadt mit ihrer hohen Lebensqualität liegt etwa auf halbem Weg zwischen Cape North und Yarmouth im Süden und eignet sich gut als Ausgangspunkt für Rundfahrten. Südwestlich trifft man auf die Lighthouse Route, die nach den mehr als 1.000 Leuchttürmen an der Küste benannt ist. Diese große Anzahl war aufgrund der hier besonders rauen Gewässer und oft plötzlich aufkommender Nebel nötig.


Provinzhauptstadt Halifax mit größtem Naturhafen

Halifax Hauptstadt von Nova Scotia, präsentiert von VERDE Immobilien

In Halifax dreht sich alles um den Hafen. Er ist nach Sydney in Australien der zweitgrößte Naturhafen der Welt und einer der wenigen in Kanada, die das ganze Jahr über eisfrei bleiben. Nicht untypisch ist dieses Bild: Ein Kreuzfahrtriese ankert neben einem Torpedoboot der Kriegsmarine, während ein voll gepacktes Containerschiff gerade dem offenen Meer zustrebt. Halifax ist einer der wichtigsten Flottenstützpunkte der kanadischen Marine, besitzt einen modernen Containerterminal und steht als fester Programmpunkt auf dem Fahrplan großer Ozeanliner. Vor einigen Jahren erklärten die allgegenwärtigen „Trend Scouts“ die 320.000-Einwohner-Stadt Halifax zur „In-City“. Früher nannte man sie wegen der Brücken und der steilen Straßen gern „das San Francisco des Nordens“. Heute gehen die Vergleiche in Richtung Seattle, was die aktive Musik- und Jugendszene betrifft.

Cape Breton Highland National Park im Norden

Cape Breton National Park in Nova Scotia, präsentiert von VERDE Immobilien

Nordöstlich von Cheticamp beginnt der bereits 1936 gegründete und damit älteste Nationalpark der kanadischen Atlantikprovinzen. Der Cape Breton Highlands National Park erstreckt sich auf einer Fläche von knapp 1.000 km². Von der sich auf und ab windenden Straße ergeben sich immer wieder herrliche Ausblicke auf Steilküsten, die zu einem Fotostopp einladen.

Auf der gut 100 km langen Fahrt bis zum Endpunkt Ingonish auf der Ostseite der Halbinsel bekommt man von Flora und Fauna natürlich weniger zu sehen als auf ausgedehnten Wanderungen oder Mountain-Bike-Touren. Dabei ist die Chance groß, Elche, Greifvögel und Biber zu beobachten.

Hinter Pleasant Bay erklimmt die Straße die 445 Meter zum North Mountain. Dort gibt es eine Wanderroute durch das Tal des Aspy River bis zu den Wasserfällen von Beulach Ban. Der nördlichste Punkt des Cabot Trail heißt Cape North. Gut ausgebaute Loipen rund um den Ort locken während der kalten Jahreszeit Wintersportler an. Wer von hier aus eine Fahrt außerhalb des Parkareals entlang der Küste nach Norden machen möchte, wird durch reizvolle Ausblicke auf die Küstenlandschaft und malerische kleine Fischerorte belohnt, vielleicht sogar durch das Sichten von Seehunden und Walen. Cabot´s Landing, Dingwall und White Point heißen die weiteren Fischerdörfer auf dem Weg nach Ingonish, dem östlichen Tor in den Cape Breton Highlands National Park.

Kejimkujik National Park im Süden

Der 400 km² große Naturpark, im Landesinneren zwischen Annapolis Royal und Liverpool gelegen, beeindruckt durch eine Seen-, Wald- und Flusslandschaft, in der zahlreiche zum Teil seltene Tierarten beheimatet sind. Bei Maitland Bridge befindet sich der Parkeingang. Der kleinere Teil des Geländes ist für Autos zugelassen, ansonsten bewegt man sich zu Fuß oder mit Kanus fort. Das Land, auf dem sich der Kejimkujik National Park erstreckt, gehörte einst den Micmac-Indianern. Von ihnen sind außer einigen Felsmalereien kaum Spuren erhalten. Diese können auf einer organisierten Tour besichtigt werden.

Kejimkujik National Park in Nova Scotia, präsentiert von VERDE Immobilien


Wirtschaft

Die Wirtschaft der Provinz Nova Scotia ist zwar immer noch - hier und da folkloristisch verklärt – zum Teil vom Hummer- und Fischfang geprägt. Doch befindet sich die gesamte kanadische Fischerei-Industrie in einer Krise. Viele der Fanggründe vor den maritimen Küsten sind inzwischen überfischt, und so gibt es überall strenge Auflagen und Quotenregelungen. Um diese wirtschaftliche Flaute zu überwinden, die aus der Abhängigkeit von den Früchten des Atlantik resultiert, fördert man verstärkt auch in Nova Scotia die Ansiedelung von High-Tech-Unternehmen und investiert zunehmend in den Tourismussektor. Zudem existiert eine ausgedehnte Holzwirtschaft, Acker- und Obstbau (im Annapolis Valley) und der Bergbau (Cape Breton).

Politik

Nova Scotia ist eine Parlamentarische Demokratie. Das symbolische Staatsoberhaupt von Nova Scotia ist die Königin von Kanada, Elisabeth II. Sie wird durch einen Leutnant-Gouverneur vertreten. Das Abgeordnetenhaus, das Nova Scotia House of Assembly, besteht aus 51 Sitzen. Angeführt wird die Regierung durch die Liberal Party und den Premier Stephen McNeil, welcher am 22. Oktober 2013 sein Amt antrat. Der Regierungssitz ist Halifax.

Fährverbindungen

Neben der Provinzhauptstadt Halifax mit seinem „Welthafen“ besitzt Yarmouth mit seinen 8.000 Einwohnern noch über Fährverbindungen nach Portland und Bar Harbour im US-Bundesstaat Maine. Von Digby besteht eine Fährverbindung in die 90.000-Einwohner-Stadt Saint John in New Brunswick, die auch wie Halifax einen ganzjährig eisfreien Hafen besitzt. In Pictou legt eine Fähre auf die Prince Edward Island nach Wood Islands ab. Vom Cape Breton aus North Sydney verkehrt eine wichtige Fährverbindung nach Neufundland in die Hafenstadt Channel-Port-aux-Basques und nach Argentia.

Sport- und Freizeitmöglichkeiten

Es gibt zahlreiche ausgezeichnete Badestrände, wie z.B. Queensland Beach, Risser`s Beach, Aylesford Lake, Ellenwood Lake und viele mehr. Ferner werden verschiedene Wassersportarten angeboten, wie z.B. Tauchen, Segeln, Surfen, Kayak-Touren und Sport-Fischen. Auf der Halbinsel finden Sie zahlreiche Golfplätze, von der 9- bis 18-Lochanlage. Ferner werden geführte Jagdausfahrten, Bike-Tours, River Rafting, Adventure Tours und zahlreiche Wanderungen und Bergtouren angeboten. An Winteraktivitäten kann man in Nova Scotia Alpinski und Langlaufski ausüben, sowie an organisierten Schneeschuhwanderungen, Schneemobiltouren und Hundeschlittenausfahrten teilnehmen.

Klima

Das Klima Nova Scotias wird stark von der Lage am Atlantischen Ozean und dem Golfstrom beeinflusst. So sind die Winter mild, mit Durchschnittstemperaturen von 0°C bis -10 °C, was Nova Scotia oft Winter ohne Schnee beschert. Ausnahme bildet der nördliche Teil um die Kap-Breton-Insel, wo die Durchschnittstemperatur einige Grad kälter liegt, mit bis zu 200 cm Niederschlag in den Wintermonaten. Im Frühjahr und im Herbst liegen die Temperaturen etwa bei angenehmen 15-18 Grad. Die Sommertemperaturen von teilweise über 30°C werden durch eine leichte Meeresbrise zur Erholung, nicht zur Strapaze. In dieser perfekt ausgewogenen Mischung aus angenehm warmen Tagen und frischer, leicht salziger Luft lassen sich alle Aktivitäten in vollen Zügen genießen. Hinzu kommt noch der gesundheitliche Aspekt der wohltuenden Luft. Im Herbst verwandelt der sogenannte Indian Summer die Landschaft in einen einzigartigen Farbenrausch. In dieser herbstlichen Jahreszeit wird das Auge des Betrachters nicht geschont. Die Farbenpracht, die sich in dieser Zeit auf das Land legt, ist einfach atemberaubend! Der Zeitpunkt hängt von den jeweiligen Wetterbedingungen ab und kann leicht variieren. Meistens beginnt diese beliebte Jahreszeit im September und dauert bis ca. Ende Oktober. Die phantastische Laubfärbung, gepaart mit einer sehr angenehmen und warmen Temperatur, ist schon allein ein Besuch in Nova Scotia wert.


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