Italienkrise verunsichert die Finanzmärkte

In unregelmäßigen Abständen veröffentlichen wir hier den Interhyp-Zinsbericht von den Entwicklungen auf den Zins- und Baugeldmärkten

HypothekenzinseZinskommentar, Baugeldbarometer, praesentiert von VERDE Immobilien

Krisenängste in Italien, Nachfrage nach Bundesanleihen gestiegen. Anleiherenditen gesunken, Bauzinsen wieder unter 1,5-Prozent-Marke. Langfristig steigende Tendenz.

 

Pforzheim, 8. Juni 2018

Wer jetzt eine Immobilie bauen oder kaufen will, kann sich über günstige Finanzierungsbedingungen freuen. Die Ausgangslage für einen Kredit hat sich infolge der Entwicklungen in Italien in den letzten Wochen sogar noch etwas verbessert. Die Unsicherheit hat die Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen, die als sicherer Hafen gelten, im Mai angekurbelt – sodass deren Renditen gefallen sind. Die Zinsen für Immobiliendarlehen sind in der Folge ebenfalls gesunken, auf unter 1,5 Prozent für zehnjährige Darlehen. Unserer Expertenbefragung zufolge sind aber, je nach weiterer Entwicklung, Schwankungen nach oben und unten möglich. Langfristig gehen die meisten Zinsexperten von einem steigenden Trend aus.

Für die Finanzierungsstrategie raten wir daher, zumindest bei Tilgung und Zinsbindung in die Offensive zu gehen. Wer höher tilgt und lange Zinsbindungen wählt, geht im aktuellen Zinsumfeld auf Nummer sicher und gelangt planbarer und schneller ans Ziel. Defensiv sollten Kreditnehmer hingegen bei der Kreditsumme vorgehen. Hier erlaubt das augenblickliche Konditionsumfeld zwar durchaus höhere Darlehenssummen. Allerdings sollten Sie sich auch nicht übernehmen.

 

Zins- und Marktumfeld

Ob Italienkrise, Israel-Konflikt, Strafzollstreit oder Währungsturbulenzen in der Türkei: An den Märkten geht es unruhig zu. Das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Zinspolitik der beiden wichtigen Notenbanken Fed und EZB. Alle Zeichen deuten darauf hin, dass die EZB auf ihrer nächsten Sitzung am 14. Juni den Leitzins nicht erhöht. Gleichfalls bleibt abzuwarten, ob und wie sie sich zu ihrem monatlichen Ankauf von Staatsanleihen in Höhe von 30 Milliarden Euro über September hinaus positionieren wird. An der zurückhaltenden Rhetorik und wahrscheinlich ausbleibenden Aktionen wird sich vorerst nicht viel ändern. Auch wenn die Inflation in der Eurozone jetzt mit 1,9 Prozent deutlich angezogen hat und damit im Zielbereich der EZB liegt, ist die Konjunkturerholung in Europa nicht nachhaltig genug. Ökonomen führen den Preisauftrieb auch vor allem auf die höheren Ölpreise zurück.

Mit Spannung zu erwarten ist die Sitzung der amerikanischen Notenbank Fed kurz vor dem EZB-Entscheid. Wie werden sich die Währungshüter der Fed zur Geldpolitik äußern? Viele Marktbeobachter erwarten eine weitere Leitzinserhöhung im Juni. Manche Stimmen im Markt, wie die von Deutsche Bank-Chefvolkswirt Peter Hooper, halten es mit Blick auf die hohe Inflation in den USA, die Beschäftigungsquote und das Wirtschaftswachstum sogar für möglich, dass die USA die Zinsen in einem schnelleren Tempo erhöhen werden als bisher gedacht.

Von der Konsequenz, mit der die Notenbanken den Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik weiter vorantreiben, wird es letztlich abhängen, wann das Zinsniveau hierzulande nachhaltig ansteigt. Die von uns befragten Experten gehen in der Mehrzahl zumindest langfristig, also in einem halben bis einem Jahr, von einem moderaten Anstieg aus.

 

Expertenrat

Die Immobilienfinanzierung braucht eine gute Strategie und entsprechende Vorbereitung. Wer den Weg in die eigenen vier Wände sucht, sollte sich unabhängig von der Zinsentwicklung zunächst fragen: Mit welcher monatlichen Mietbelastung fühle ich mich wohl und wie viel Geld könnte für eine monatliche Kreditbelastung bereitgestellt werden? Wer bisher 1.000 Euro Kaltmiete gut stemmen und noch Rücklagen bilden konnte, wird eine Kreditrate in dieser Größenordnung sehr wahrscheinlich auch künftig schultern können. Zur Vorbereitung zählt unbedingt auch eine frühzeitige Beratung. Kalkulieren Sie Ihre Immobilienfinanzierung anhand eines konkreten Objektes mit einem Finanzierungsberater. Gemeinsam können Sie verschiedene Szenarien durchspielen.

 

INTERHYP-BAUZINS-TRENDBAROMETER

Das Interhyp-Bauzins-Trendbarometer beruht auf den Aussagen des Expertenpanels*.

Werden die Zinsen steigen, sinken oder gleich bleiben?

Zinsentwicklung kurzfristig (4 Wochen):

Gleichbleibend: 50%, Fallend: 30%, Steigend: 20%

Zinsentwicklung mittel- bis langfristig (6 Monate bis ein Jahr):

Gleichbleibend: 10%, Fallend: 10%, Steigend: 80%

*Interhyp-Bauzins-Trendbarometer: Für diese Ausgabe haben uns Experten der Allianz, der Commerzbank, der HypoVereinsbank, der ING-DiBa, der Postbank, der MünchenerHyp, der PSD Bank Rhein-Ruhr, der PSD Bank RheinNeckarSaar, der Sparkasse Hannover und der Sparkasse zu Lübeck ihre Einschätzung zur kurz- sowie mittel- und langfristigen Zinsentwicklung gegeben. Das Interhyp-Bauzins-Trendbarometer sagt aus, wieviel Prozent der Experten jeweils die Antwort fallend, steigend oder gleichbleibend angegeben haben.

 

Kurz und Knapp: Das sagen die Experten

Etliche Experten erwarten eher gleichbleibende Zinsen. Allerdings gehen einige auch von steigenden oder fallenden Zinsen aus. Längerfristig, auf Sicht von sechs bis zwölf Monaten, ist das Bild einheitlicher: Hier sieht die Mehrheit leicht steigende Konditionen voraus.

 

Finanzierungsbeispiel:

Was die jüngste Entwicklung konkret bedeutet, zeigt das nachfolgende Finanzierungsbeispiel: Die Zehnjahreskonditionen liegen für ein Darlehen über 100.000 Euro und 60 Prozent Beleihung aktuell vielfach bei: 1,35% gebundener Sollzinssatz / 1,36% effektiver Jahreszins**. Für eine Monatsrate von 1.000 Euro lässt sich mit dem genannten Zinssatz ein Netto-Darlehensbetrag von etwa 358.000 Euro aufnehmen**. Diese Darlehenshöhe gilt bei einer anfänglichen Tilgung von zwei Prozent. Bei drei Prozent Anfangstilgung läge die mit 1.000 Euro zu finanzierende Darlehenshöhe bei gut 276.000 Euro.

 

Quelle: www.interhyp.de

 

 

Tendenz:                                                                                         

Kurzfristig (4 Wochen): gleichbleibend

Mittel- bis langfristig: steigend

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