Anstieg der Hypothekenzinsen auf 1 Prozent

In unregelmäßigen Abständen veröffentlichen wir hier den Interhyp-Zinsbericht von den Entwicklungen auf den Zins- und Baugeldmärkten

HypothekenzinseZinskommentar, Baugeldbarometer, praesentiert von VERDE Immobilien

Immobiliendarlehen werden teurer. Experten sehen weiter anziehende Konditionen bei Baugeld.

Pforzheim, 07. Juni 2021

Die Zinsen für 10-jährige Immobiliendarlehen liegen nun bei rund 1 Prozent. Zwar ist Baugeld nach wie vor günstig, doch verglichen mit dem Jahresbeginn haben sich die Baugeldzinsen bereits verdoppelt. Die Marktexperten erwarten langfristig weitere Zinssteigerungen.

 

Zins- und Marktumfeld

Die Wirtschaft im Euroraum soll nach Einschätzung der EU-Kommission dieses und kommendes Jahr schneller wachsen. Die Brüsseler Behörde rechnet in den 27 EU-Staaten für 2021 aktuell mit 4,2 Prozent Wachstum, in den 19 Staaten der Eurozone mit 4,3 Prozent. Für 2022 wird sowohl für die EU als auch für die Eurozone ein Plus von 4,4 Prozent vorhergesagt. Die USA präsentieren sich gleichfalls robust. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist auf den tiefsten Stand seit Pandemie-Beginn gefallen, zudem steigt die Konsumlust.

Als bremsend könnten sich bei der Konjunktur auch die gestiegenen Materialkosten und Lieferengpässe erweisen. Zudem bleibt abzuwarten, wie sich die Inflation entwickelt. In den USA stiegen die Konsumentenpreise im April um 3,6 Prozent und damit so stark wie lange nicht mehr. Die Bundesbank sieht bis Jahresende einen Inflationsanstieg auf bis zu 4 Prozent, heißt es im jüngsten Bericht. Ursache seien die nach der Corona-Delle erstarkende gesamtwirtschaftliche Nachfrage nach Rohstoffen und Nahrungsmitteln.

Die Inflation ist von den Notenbanken lang ersehnt, wird jedoch mit Vorsicht betrachtet. Die Teuerung lag die letzten Jahre weit unter der angestrebten Zielmarke von knapp unter 2 Prozent. Es ist daher davon auszugehen, dass die Notenbanker selbst die aktuell deutlich höheren Steigerungsraten nicht zum Anlass nehmen, die Geldpolitik zu ändern.

Immobilienkäufer bzw. Bauherren sollten die gestiegenen Preise für Baustoffe im Auge behalten. Innerhalb eines Jahres wurde Holz um 400 Prozent teurer, Dämmstoffe verteuerten sich um 50 Prozent und Stahlbeton stiegt um 30 Prozent. Ob es sich bei der Materialkostenexplosion nur um einen kurzfristigen Effekt der endenden Coronapandemie handelt oder ob die inflationären Entwicklungen länger anhalten werden, kann derzeit noch keiner genau vorhersagen.

Wer eine Entscheidung zum Kauf oder Bau einer Immobilie getroffen hat, sollte sich von den höheren Zinskonditionen nicht drängen lassen und zuerst den Immobilienmarkt genau beobachten. Die Erfahrung zeigt, dass es sinnvoll erscheint, schon im Vorfeld bei der Hausbank eine Finanzierungsberatung einzuholen, um dann bei der gefundenen Wunschimmobilie rasch zugreifen zu können. Eine schriftliche Finanzierungszusage untermauert zudem beim Verkäufer/Immobilienmakler den Kaufentschluß, um überhaupt den Zuschlag für die ausgewählte Immobilie zu erhalten!

Kurz und Knapp: Das sagen die Experten

Zwar sind positive Konjunktureffekte zu erkennen, jedoch zinsbestimmend sind die geldpolitischen Entscheidungen der Zentralbanken. Kurzfristig sieht man noch gleichbleibende Zinsen, die langfristig weiter anziehen könnten.

Finanzierungsbeispiel Immobiliendarlehen:

Die Zehnjahreskonditionen liegen für ein Hypothekendarlehen durchschnittlich bei: 0,95% gebundener Sollzinssatz / 0,95% effektiver Jahreszins* unter Berücksichtigung folgender Annahmen: Nettodarlehensbetrag 200.000 Euro (Kaufpreis der Immobilie 250.000 Euro), Tilgung 3% p.a., Laufzeit des Darlehensvertrages 29 Jahre, 10 Jahre Sollzinsbindung, pro Jahr 12 Ratenzahlungen in der Höhe von 658,33 Euro.

*Die Konditionen können auch regional unterschiedlich sowie von weiteren Faktoren abhängig sein.

Bauzins-Trendbarometer:

Werden die Zinsen steigen, sinken oder gleich bleiben?

Das Trendbarometer beruht auf den Aussagen des Expertenpanels*:

(grün: fallend, gelb: gleichbleibend, rot: steigend)                               

Zinsentwicklung kurzfristig, mittelfristig bis langfristig, präsentiert von VERDE Immobilien

*Interhyp-Bauzins-Trendbarometer: Für diese Ausgabe haben uns Experten der Allianz, der Commerzbank, der HypoVereinsbank, der ING-DiBa, der Postbank, der MünchenerHyp, der PSD Bank Rhein-Ruhr, der PSD Bank RheinNeckarSaar, der Sparkasse Hannover und der Sparkasse zu Lübeck ihre Einschätzung zur kurz- sowie mittel- und langfristigen Zinsentwicklung gegeben. Das Interhyp-Bauzins-Trendbarometer sagt aus, wieviel Prozent der Experten jeweils die Antwort fallend, steigend oder gleichbleibend angegeben haben.

Zinsentwicklung der letzten 10 Jahre:

Zinsentwicklung der vergangenen 10 Jahre im Vergleich zu EZB Leitzins, präsentiert von VERDE Immobilien

Quelle: www.interhyp.de

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