Hohe Inflation lassen Hypothekenzinsen weiter steigen

In unregelmäßigen Abständen veröffentlichen wir hier den Interhyp-Zinsbericht von den Entwicklungen auf den Zins- und Baugeldmärkten

HypothekenzinseZinskommentar, Baugeldbarometer, praesentiert von VERDE Immobilien

Erneuter Anstieg der Hypothekenzinsen um 0,4 Prozent. Weitere Zinsanhebungen im Sptember möglich

Pforzheim, 05. Sept 2022

Das jüngste Treffen der weltweiten Notenbänker in Jackson Hole brachte zum Ergebnis, dass die hohe Inflation nur bekämpft werden kann, wenn die Notenbanken die Zinszügel weiter straffen.

 

Zins- und Marktumfeld

Die aktuelle Rhetorik der Notenbanken deutet darauf hin, dass die Straffung der Zinspolitik ungeachtet möglicher wirtschaftlicher Schäden fortgeführt wird. Die EZB, die der steigenden Inflation über Monate hinweg ohne Leitzinserhöhung zugeschaut hat, hatte Mitte Juli einen historischen Zinsschritt von 0 auf 0,50 Prozent unternommen. Die nächste Zinsanhebung zur Sitzung am 8. September gilt bereits als ausgemachte Sache. Uneins sind sich die Marktteilnehmer nur über die Höhe. Ein weiterer Zinsschritt um 0,5 Prozent nach oben gilt als sicher. Möglich wäre aber ebenso eine Erhöhung um 0,75 Prozent.

 

Die amerikanische Notenbank wird gleichfalls die längst eingeleitete Straffung der Geldpolitik beibehalten. Beim wichtigen Notenbanktreffen in Jackson Hole kündigte Fed-Chef Jerome Powell ein entschlossenes Vorgehen gegen die Inflation an, bei der er noch lange kein Ende sieht. Zum Schrecken der Märkte bekräftigte er sogar, zur Dämpfung der Teuerung eine Rezession in Kauf zu nehmen. Bei der letzten Sitzung Ende Juli hatte die Fed die Leitzinsen bereits um 0,75 Prozent auf 2,25 bis 2,50 Prozent angehoben. Bei der nächsten Sitzung im September ist ein weiterer deutlicher Zinsschritt wahrscheinlich. Die ohnehin angeschlagenen Aktienmärkte haben mit deutlichen Kursverlusten auf diese Aussagen reagiert.

 

Die Inflationsdaten präsentieren sich von der entschlossenen Gangart gegen die Teuerung weiterhin unbeeindruckt. In der Eurozone lag die Inflationsrate im August bei 9,1 Prozent, in Deutschland bei 7,9 Prozent. In den USA galoppieren die Verbraucherpreise ebenfalls in die Höhe. Hauptauslöser neben vielen anderen Faktoren bleiben die immens gestiegenen Energiekosten, wie etwa für Gas und nun auch Strom. Vor diesem Hintergrund werden mittlerweile sogar zweistellige Inflationsraten für möglich gehalten.

Eine Rezession in Europa wird laut aktuellen Analysen immer wahrscheinlicher. Davon bleibt Deutschland nicht verschont, das jahrelang Zugpferd der europäischen Konjunktur gewesen ist.

 

Die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen, die eine wichtige Orientierungsgröße für die Entwicklung der Bauzinsen sind, sind auf rund 1,5 % angestiegen.

Kurz und Knapp: Das sagen die Experten

Kurzfristig, also auf Sicht der nächsten Wochen, erwarten die meisten Expertinnen und Experten gleichbleibende Zinsen, auf Halbjahres- und Jahressicht geht der Großteil wieder von leicht steigenden Niveaus aus.

Finanzierungsbeispiel Immobiliendarlehen:

Die Fünfzehnjahreskonditionen liegen für ein Hypothekendarlehen durchschnittlich bei: 3,35% gebundener Sollzinssatz / 3,40% effektiver Jahreszins* unter Berücksichtigung folgender Annahmen: Nettodarlehensbetrag 372.000 Euro, Tilgung 3% p.a., Laufzeit des Darlehensvertrages 29 Jahre, 5 Monate, 15 Jahre Sollzinsbindung, pro Jahr 12 Ratenzahlungen in der Höhe von 1475,00 Euro.

*Die Konditionen können auch regional unterschiedlich sowie von weiteren Faktoren abhängig sein.

Bauzins-Trendbarometer:

Werden die Zinsen steigen, sinken oder gleich bleiben?

Das Trendbarometer beruht auf den Aussagen des Expertenpanels*:

(grün: fallend, gelb: gleichbleibend, rot: steigend)                               

Zinsentwicklung kurzfristig, mittelfristig bis langfristig, präsentiert von VERDE Immobilien

*Interhyp-Bauzins-Trendbarometer: Für diese Ausgabe haben uns Experten der Allianz, der Commerzbank, der HypoVereinsbank, der ING-DiBa, der Postbank, der MünchenerHyp, der PSD Bank Rhein-Ruhr, der PSD Bank RheinNeckarSaar, der Sparkasse Hannover und der Sparkasse zu Lübeck ihre Einschätzung zur kurz- sowie mittel- und langfristigen Zinsentwicklung gegeben. Das Interhyp-Bauzins-Trendbarometer sagt aus, wieviel Prozent der Experten jeweils die Antwort fallend, steigend oder gleichbleibend angegeben haben.

Zinsentwicklung der letzten 10 Jahre:

Zinsentwicklung der vergangenen 10 Jahre im Vergleich zu EZB Leitzins, präsentiert von VERDE Immobilien

Quelle: www.interhyp.de

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