Hypothekenzinsen im April günstig, trotz Anstieg seit Jahresbeginn

In unregelmäßigen Abständen veröffentlichen wir hier den Interhyp-Zinsbericht von den Entwicklungen auf den Zins- und Baugeldmärkten

HypothekenzinseZinskommentar, Baugeldbarometer, praesentiert von VERDE Immobilien

Amerikanische Notenbank hebt den Zins an. Drohender Handelskrieg belastet. Baugeld etwas günstiger.

 

Pforzheim, 6. April 2018

Die Konditionen für Hypothekendarlehen sind wieder leicht zurückgegangen. Sie sind Anfang April zum Teil wieder unter die 1,5-Prozent-Marke gefallen. Dazu gibt es mehrere Ursachen. Zum einen der deutliche Rückgang zehnjähriger Bundesanleihen von 0,75 Prozent Mitte Februar auf rund 0,50 Prozent Anfang April und zum anderen der Handelsstreit zwischen USA und vorallem China. Die USA erheben seit Ende März bei der Einfuhr von zum Beispiel Stahl und Aluminium aus China Strafzölle. Daraufhin hat China im Gegenzug Zölle auf US-Produkte wie Früchte und Wein im Wert von drei Milliarden Dollar vorbereitet und damit demonstriert, als Wirtschaftsmacht durchaus milliardenschwere Argumente in den Ring werfen zu können. Der Konflikt hatte sich in den letzten Tagen noch verschärft: Die US-Regierung veröffentlichte eine Liste mit 1300 chinesischen Produkten, die mit Strafzöllen belegt werden sollen, woraufhin China ebenfalls weitere Schritte ankündigte. Auch wenn ganz aktuell wieder beschwichtigende Töne zu hören sind, hatte dieses jüngste Säbelrasseln zwischen den Wirtschaftssupermächten - Goliath gegen Goliath - an den Finanzmärkten Ängste vor einem Handelskrieg geschürt. Die Aktienkurse haben im März nachgegeben; der Dax liegt aktuell bei rund 12.000 Punkten und erreicht in etwa den Stand vom Herbst 2017, der Dow Jones liegt bei rund 24.000 Zählern.

Aus den USA kamen im März starke Signale von der amerikanischen Notenbank. Die FED hat den Leitzins wie erwartet um 0,25 Prozent auf eine Zinsspanne von 1,50 bis 1,75 Prozent angehoben. Für dieses Jahr erwartet die Notenbank zwei weitere Zinsanhebungen. Anders in Europa. Die EZB hat den Leitzins nicht angetastet und belässt den Satz damit seit März 2016 auf dem Rekordtief von null Prozent. Neu war lediglich die Aussage zum Wertpapierkaufprogramm. Erstmals verzichten die Währungshüter auf die zuletzt übliche Formulierung, dass die Notenbank ihre milliardenschweren Anleihekäufe ausweiten könnte, sollten sich die Rahmenbedingungen verschlechtern. Trotz dieses weiteren rhetorischen Ausstiegs aus der ultralockeren Geldpolitik in der Eurozone läuft die Geldpolitik in den USA und Europa immer stärker auseinander. Die aktuellen Konjunktur- und Inflationszahlen lassen den europäischen Währungshütern jedoch kaum eine andere Wahl. Die Inflation in der Euro-Zone lag im März mit 1,4 Prozent zwar über dem Vormonat, ist aber immer noch eher verhalten. Darüber hinaus ist die Industrie der Eurozone im März so langsam gewachsen wie seit mehreren Monaten nicht mehr. Dass die einstigen Sorgenkinder der Eurozone, Griechenland und Portugal wieder positiv von sich reden machen, dürfte für den gesamten Euroraum kaum ins Gewicht fallen.

 

Expertenrat

Wer in diesen Wochen eine Finanzierung erwägt, profitiert im April von der Zinsdelle beim Baugeld, zu der es unter anderem wegen gesunkener Renditen deutscher Staatsanleihen gekommen ist. Wir empfehlen Immobilieninteressenten dennoch, ihre Baufinanzierung von kurzfristigen Betrachtungen des Zinsniveaus zu lösen. Die Konditionen bewegen sich in den kommenden Wochen mit hoher Wahrscheinlichkeit seitwärts, wobei es jedoch zu Schwankungen kommen kann. Ob der einzelne Kreditnehmer jedoch zu 1,40 oder 1,45 Prozent ein Darlehen aufnehmen kann, wird nicht über den Erfolg seiner Finanzierung entscheiden. Wichtiger ist eine langfristig tragfähige Immobilienfinanzierung. Diese wird gewährleistet durch möglichst hohe Rückzahlungsquoten und eine Zinsfestschreibung, mit der der einzelne Kreditnehmer optimal kalkulieren kann. Volltilger-Darlehen bleiben vor diesem Hintergrund empfehlenswert.

 

INTERHYP-BAUZINS-TRENDBAROMETER

Das Interhyp-Bauzins-Trendbarometer beruht auf den Aussagen des Expertenpanels*.

Werden die Zinsen steigen, sinken oder gleich bleiben?

Zinsentwicklung kurzfristig (4 Wochen):

Gleichbleibend: 90%, Fallend: 0%, Steigend: 10%

Zinsentwicklung mittel- bis langfristig (6 Monate bis ein Jahr):

Gleichbleibend: 0%, Fallend: 0%, Steigend: 100%

*Interhyp-Bauzins-Trendbarometer: Für diese Ausgabe haben uns Experten der Allianz, der Commerzbank, der HypoVereinsbank, der ING-DiBa, der Postbank, der MünchenerHyp, der PSD Bank Rhein-Ruhr, der PSD Bank RheinNeckarSaar, der Sparkasse Hannover und der Sparkasse zu Lübeck ihre Einschätzung zur kurz- sowie mittel- und langfristigen Zinsentwicklung gegeben. Das Interhyp-Bauzins-Trendbarometer sagt aus, wieviel Prozent der Experten jeweils die Antwort fallend, steigend oder gleichbleibend angegeben haben.

 

Kurz und Knapp: Das sagen die Experten

Die meisten Experten erwarten kurzfristig gleichbleibende Zinsen. Im Jahresverlauf 2018 gehen alle befragten Experten von leicht steigenden Konditionen aus.

 

Finanzierungsbeispiel:

Was die jüngste Entwicklung konkret bedeutet, zeigt das nachfolgende Finanzierungsbeispiel: Die Zehnjahreskonditionen liegen für ein Darlehen über 100.000 Euro und 60 Prozent Beleihung aktuell vielfach bei: 1,36% gebundener Sollzinssatz / 1,37% effektiver Jahreszins**. Für eine Monatsrate von 1.000 Euro lässt sich mit dem genannten Zinssatz ein Netto-Darlehensbetrag von etwa 357.000 Euro aufnehmen**. Diese Darlehenshöhe gilt bei einer anfänglichen Tilgung von zwei Prozent. Bei drei Prozent Anfangstilgung läge die mit 1.000 Euro zu finanzierende Darlehenshöhe bei gut 275.000 Euro.

 

Quelle: www.interhyp.de

 

 

Tendenz:                                                                                         

Kurzfristig (4 Wochen): gleichbleibend

Mittel- bis langfristig: steigend

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