Aufwärtspotential bei den Hypothekenzinsen

In unregelmäßigen Abständen veröffentlichen wir hier den Interhyp-Zinsbericht von den Entwicklungen auf den Zins- und Baugeldmärkten

HypothekenzinseZinskommentar, Baugeldbarometer, praesentiert von VERDE Immobilien

EZB hält trotz Inflationsanstieg an Niedrigzinspolitik fest, US Notenbank stellt dagegen Straffung bei den Zinsen in Aussicht.

Pforzheim, 08. Oktober 2021

Die Zinsen für Hypothekendarlehen haben nach einer Beruhigung im Sommer etwas zugelegt. Noch bleiben die Baufinanzierungszinsen im Durchschnitt unter einem Prozent. Die Konjunkturerholung bleibt noch unssicher und ist gegenüber Störungen anfällig. Zwar haben sich die Arbeitsmarktdaten verbessert, jedoch sind gestiegende Inflationszahlen, verursacht durch Lieferkettenprobleme und hohen Energiepreisen, Gift für die Konjunkturerholung. Kurz- bis mittelfirstig ist daher von höheren Zinsen auszugehen.

 

Zins- und Marktumfeld

Da die Preise für Öl und Erdgas kräftig steigen, haben mehrere Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Wachstumserwartungen nach unten korrigiert. Noch immer gibt es Lieferkettenprobleme, was zu Produktionsausfällen führt. Vor diesem Hintergrund war in den vergangenen Wochen vermehrt von einer möglichen Stagflation zu lesen, bei der zwar die Preise zulegen, aber die Wirtschaft schrumpft. Zwar ist die aktuelle Beweislage für ein solches Szenario zum Glück nicht nachhaltig, jedoch bleibt der jetzige Aufschwung ungewiss. Die Arbeitsmarktzahlen beispielsweise entwickeln sich nicht stringent. In den USA gab es anders als erwartet zuletzt mehr Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. In Deutschland indes hat sich die Lage im September weiter verbessert. Laut Bundesagentur für Arbeit sank die Zahl der Arbeitslosen auf 2,465 Millionen. Auch wenn es bei der Kurzarbeit Entspannung gibt, so lag in Deutschland die Zahl der Empfänger von Kurzarbeitergeld zuletzt bei mehr als 900.000. Dies erinnert daran, dass die Staaten den Aufschwung weiterhin mit sehr viel Geld ankurbeln. Dass Geld endlich ist, zeigte Ende September ebenfalls der Beinahe-Shutdown in den USA. Die Staatsverschuldung wächst weltweit und muss refinanziert werden. Gerade die Bundesrepublik Deutschland hat in den vergangenen Jahren interessanterweise sogar daran verdient, Schulden aufzunehmen. Investoren kauften und kaufen Bundesanleihen, die neben den Leitzinsen eine wichtige Benchmark für Immobilienzinsen sind, sogar mit Minuszinsen. Die hohe Schuldenmenge und ein etwas höheres Risiko führen nun aber dazu, dass die Zinsen etwas steigen. Nachdem die Renditen für zehnjährige deutsche Staatsanleihen im Sommer bei rund minus 0,4 Prozent tendiert haben, liegen sie nun nur noch bei rund minus 0,2 Prozent. Die Schuldenpapiere stehen zwar weiterhin hoch im Kurs, aber der Bund verdient nicht mehr ganz so gut an ihnen. Sollten die Renditen ins Plus drehen, müsste der Bund Geld bezahlen, um Schulden zu machen, was eigentlich der gelernten Normalität entspricht. Das würde dann auch die Zinsen für Baugeld weiter steigen lassen.

Kurz und Knapp: Das sagen die Experten

Die Bundestagswahl hatte keinerlei Einfluss auf die Kapitalmarktzinsen. Unverändert im Mittelpunkt steht die Unsicherheit der weiteren Inflationsentwicklung. Die amerikanische Notenbank hat den Einstieg in den Ausstieg aus der sehr lockeren Geldpolitik schon angekündigt und auch die EZB wird im nächsten Jahr das Anleihenkaufprogramm langsam zurückfahren. Während Erhöhungen der Leitzinsen noch eine Weile nicht auf der Tagesordnung stehen, sollte der langsame Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik zu einem leichten Anstieg der langfristigen Zinsen führen.

Finanzierungsbeispiel Immobiliendarlehen:

Die Zehnjahreskonditionen liegen für ein Hypothekendarlehen durchschnittlich bei: 0,84% gebundener Sollzinssatz / 0,84% effektiver Jahreszins* unter Berücksichtigung folgender Annahmen: Nettodarlehensbetrag 200.000 Euro (Kaufpreis der Immobilie 250.000 Euro), Tilgung 3% p.a., Laufzeit des Darlehensvertrages 29 Jahre und 5 Monate, 10 Jahre Sollzinsbindung, pro Jahr 12 Ratenzahlungen in der Höhe von 640,00 Euro.

*Die Konditionen können auch regional unterschiedlich sowie von weiteren Faktoren abhängig sein.

Bauzins-Trendbarometer:

Werden die Zinsen steigen, sinken oder gleich bleiben?

Das Trendbarometer beruht auf den Aussagen des Expertenpanels*:

(grün: fallend, gelb: gleichbleibend, rot: steigend)                               

Zinsentwicklung kurzfristig, mittelfristig bis langfristig, präsentiert von VERDE Immobilien

*Interhyp-Bauzins-Trendbarometer: Für diese Ausgabe haben uns Experten der Allianz, der Commerzbank, der HypoVereinsbank, der ING-DiBa, der Postbank, der MünchenerHyp, der PSD Bank Rhein-Ruhr, der PSD Bank RheinNeckarSaar, der Sparkasse Hannover und der Sparkasse zu Lübeck ihre Einschätzung zur kurz- sowie mittel- und langfristigen Zinsentwicklung gegeben. Das Interhyp-Bauzins-Trendbarometer sagt aus, wieviel Prozent der Experten jeweils die Antwort fallend, steigend oder gleichbleibend angegeben haben.

Zinsentwicklung der letzten 10 Jahre:

Zinsentwicklung der vergangenen 10 Jahre im Vergleich zu EZB Leitzins, präsentiert von VERDE Immobilien

Quelle: www.interhyp.de

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