Hypothekenzinsen im August fast am Tiefpunkt

In unregelmäßigen Abständen veröffentlichen wir hier den Interhyp-Zinsbericht von den Entwicklungen auf den Zins- und Baugeldmärkten

HypothekenzinseZinskommentar, Baugeldbarometer, praesentiert von VERDE Immobilien

Weitere Unsicherheiten in der Coronakrise. Die deutsche Wirtschaft erholt sich weiter.

Pforzheim, 11. August 2020

Unsicherheiten in der Corona-Pandemie, politische Maßnahmen und Entwicklungen am Geldmarkt halten die Zinsen weiterhin auf dem Tiefpunkt. Die Konditionen für 10-jährige Darlehen sind im Verlauf des letzten Monats auf rund 0,7 Prozent gefallen. Bei entsprechender Bonität liegen die Bestsätze aktuell bei rund 0,6 Prozent und damit nahe dem Allzeittief vom März diesen Jahres.

 

Zins- und Marktumfeld

EInige Frühindikatoren für die Wirtschaft deuten in Deutschland und Europa auf Erholung. Die Umfragen des Ifo-Instituts, von IHS Markit und GfK, haben Ende Juli mehrfach angezeigt, dass die Rezession im Mai wohl ihren Tiefpunkt erreicht hatte. Die Geschäftserwartungen sind seitdem deutlich gestiegen. Die weniger guten Nachrichten: Die Zahl der registrierten Covid-19-Erkrankungen steigt. Und damit steigt die Angst vor einer zweiten Welle. Die wiederum könnte den von den Instituten verbreiteten Optimismus jäh ins Gegenteil verkehren. Wie unsicher die aktuellen Wirtschaftsdaten bei aller Hoffnung sind, lässt sich schon jetzt auf einen Blick ablesen. Die Wirtschaftsleistung in Deutschland ist im 2. Quartal eingebrochen. Parallel kletterten die Arbeitslosenzahlen. Doch im europäischen Vergleich gilt Deutschland als sicherer Hafen. In der Eurozone hat die Wirtschaftsleistung im 2. Quartal noch mehr nachgegeben und den stärksten Einbruch seit 25 Jahren erlebt. Die EZB hat bei ihrer jüngsten Sitzung Mitte Juli keine Änderung der Geldpolitik angekündigt. Auch in den USA setzt die FED auf billiges Geld. Bei der letzten Sitzung hat die US-Notenbank vor einer schweren Rezession gewarnt und den Leitzins in der Spanne von 0 bis 0,25 Prozent belassen. Zugleich ließ Notenbanker Powell die Türen für weitere geldpolitische Maßnahmen offen.

Mindestens so interessant und vielsagend wie die Notenbankpolitik ist aktuell die Politik der EU. Die EU hat im Juli das mit 1,8 Billionen Euro größte Haushalts- und Finanzpaket ihrer Geschichte beschlossen. Erstmals werden sogar gemeinsam Schulden aufgenommen. 750 Milliarden Euro sollen für Konjunktur- und Investitionsprogramme gegen die Folgen der Pandemiekrise fließen. Ob die angestrengten Maßnahmen reichen, wird insbesondere vom weiteren Infektionsgeschehen abhängen. Bis dahin verankern die Geldpolitik, niedrige Inflationserwartungen und die Staatsverschuldung die Zinsen auf einem niedrigen Niveau. Das insbesondere auch für die Renditen deutscher Staatsanleihen und damit folgernd für die Finanzierungszinsen.

Kurz und Knapp: Das sagen die Experten

Trotz der verbesserten Konjunkturaussichten bleibt das Aufwärtspotential aufgrund der Unsicherheiten im Fortgang der Corona-Pandemie begrenzt. Alle befragten Experten prognostizieren kurzfristig ein gleichbleibendes Niveau, auf Halbjahres- oder Jahressicht halten drei von zehn Instituten wieder steigende Zinsen für möglich.

Finanzierungsbeispiel Immobiliendarlehen:

Die Zehnjahreskonditionen liegen für ein Hypothekendarlehen durchschnittlich bei: 0,67% gebundener Sollzinssatz / 0,67% effektiver Jahreszins* unter Berücksichtigung folgender Annahmen: Nettodarlehensbetrag 200.000 Euro (Kaufpreis der Immobilie 250.000 Euro), Tilgung 3% p.a., Laufzeit des Darlehensvertrages 30 Jahre 2 Monate, 10 Jahre Sollzinsbindung, pro Jahr 12 Ratenzahlungen in der Höhe von 611,67 Euro.

*Die Konditionen können auch regional unterschiedlich sowie von weiteren Faktoren abhängig sein.

Bauzins-Trendbarometer:

Werden die Zinsen steigen, sinken oder gleich bleiben?

Das Trendbarometer beruht auf den Aussagen des Expertenpanels*:

(grün: fallend, gelb: gleichbleibend, rot: steigend)                               

Zinsentwicklung kurzfristig, mittelfristig bis langfristig, präsentiert von VERDE Immobilien

*Interhyp-Bauzins-Trendbarometer: Für diese Ausgabe haben uns Experten der Allianz, der Commerzbank, der HypoVereinsbank, der ING-DiBa, der Postbank, der MünchenerHyp, der PSD Bank Rhein-Ruhr, der PSD Bank RheinNeckarSaar, der Sparkasse Hannover und der Sparkasse zu Lübeck ihre Einschätzung zur kurz- sowie mittel- und langfristigen Zinsentwicklung gegeben. Das Interhyp-Bauzins-Trendbarometer sagt aus, wieviel Prozent der Experten jeweils die Antwort fallend, steigend oder gleichbleibend angegeben haben.

Zinsentwicklung der letzten 10 Jahre:

Zinsentwicklung der vergangenen 10 Jahre im Vergleich zu EZB Leitzins, präsentiert von VERDE Immobilien

Quelle: www.interhyp.de

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