In unregelmäßigen Abständen veröffentlichen wir hier den Interhyp-Zinsbericht von den Entwicklungen auf den Zins- und Baugeldmärkten
Pforzheim, 17. Juni 2026
Nach einer längeren Phase von Zinssenkungen 2024/2025 und einer anschließenden Zinspause hat die EZB im Juni überraschend die Zinsen angehoben. Für Kaufinteressierte bedeutet der EZB-Zinsschritt aber kein Grund zur Unruhe, da die Kapitalmärkte die Erhöhung bereits in den vergangenen Wochen eingepreist haben. Angesichts der konjunkturellen Schwäche im Euroraum ist der Spielraum für weitere Leitzins-Erhöhungen zudem begrenzt. Bei den Bauzinsen sehen wir aktuell eine Plateaubildung um rund 4 Prozent für zehnjährige Darlehen. Gleichzeitig gibt es für Kaufinteressierte durch kleinere Zins-Bewegungen immer wieder gute Einstiegsmöglichkeiten.
Für eine klassische Baufinanzierung mit 10-jähriger Zinsbindung bewegen sich die Konditionen aktuell typischerweise zwischen etwa 3,7 und 4,2 Prozent. Sehr gute Bonitäten erhalten vereinzelt Angebote knapp darunter, während durchschnittliche Finanzierungen eher im Bereich von 4 Prozent liegen.
Das wahrscheinlichste Szenario ist derzeit kein starker Zinsanstieg und keine deutliche Zinssenkung, sondern ein längeres Verharren der Hypothekenzinsen um die 4 Prozentmarke. Der größte Risikofaktor für steigende Zinsen bleibt aktuell die Inflation über Energiepreise und geopolitische Entwicklungen; der größte Entlastungsfaktor wäre eine schnelle Rückkehr der Inflation in Richtung des EZB-Ziels von 2 Prozent.
Die Konditionen liegen für ein Hypothekendarlehen in günstigen Fällen (Stand 23.06.2026) bei:
- 10-jährige Zinsbindung, 3,60% geb. Sollzinssatz, 3,69% eff. Jahreszins*,
- 5-jährige Zinsbindung, 3,54% Sollzinssatz, 3,65% eff. Jahreszins,
*Die Konditionen können auch regional unterschiedlich sowie von weiteren Faktoren abhängig sein.
Die Bauzinsen hängen nicht primär am Leitzins, sondern orientieren sich an der Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe und an der Pfandbrief-Rendite. Vor allem die Rendite der Bundesanleihe wird zwar durch die Geldpolitik mitbestimmt, aber auch durch Geopolitik und Inflationserwartungen – oder davon, wie viele Schulden Deutschland künftig aufnimmt.
Werden die Zinsen steigen, sinken oder gleich bleiben?
Das Trendbarometer beruht auf den Aussagen des Expertenpanels*:
*Interhyp-Bauzins-Trendbarometer: Für diese Ausgabe haben uns Experten der Allianz, der Commerzbank, der HypoVereinsbank, der ING-DiBa, der Postbank, der MünchenerHyp, der PSD Bank Rhein-Ruhr, der PSD Bank RheinNeckarSaar, der Sparkasse Hannover und der Sparkasse zu Lübeck ihre Einschätzung zur kurz- sowie mittel- und langfristigen Zinsentwicklung gegeben. Das Interhyp-Bauzins-Trendbarometer sagt aus, wieviel Prozent der Experten jeweils die Antwort fallend, steigend oder gleichbleibend angegeben haben.
Quelle: www.interhyp.de
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